Der Arbeitsmarkt im Juli 2010 in der Stadt Frankfurt am Main


  Veröffentlicht am: 29. Juli 2010

Frankfurt – Der Sommer macht auf dem Arbeitsmarkt der Stadt Frankfurt eine kurze Pause – leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Stadtgebiet

Wie in jedem Jahr sind auch in diesem Juli die Arbeitslosenzahlen leicht angestiegen Zur Zeit werden in der Stadt Frankfurt 27.251 arbeitslose Erwerbsfähige gezählt – 418 mehr als im Vormonat – dies entspricht einer Steigerung von 1,6 Prozent.

Die aktuelle Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – liegt bei acht Prozent (Vorjahr 8,3 Prozent). Nach Personengruppen betrachtet ist, bis auf die Gruppe der über 55-Jährigen, überall ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu beobachten. Hier waren 315 oder 8,7 Prozent mehr als im Vorjahr registriert. Im Vormonatsvergleich ist überall ein Anstieg zu erkennen. Erwartungsgemäß ist dieser bei der Gruppe der unter 25-Jährigen mit 15 Prozent gegenüber dem Juni am größten ausgefallen. Durch Beendigung der Ausbildung und fehlende Übernahme in ein anschließendes Arbeitsverhältnis mussten sich viele junge Menschen bei der Arbeitsagentur und ARGE RMJ vorsorglich arbeitslos melden.

Desweiteren entsteht ein Anstieg der Arbeitslosenzahl auch jeweils durch ein Quartalsende. Volker Breustedt, Geschäftsführung Operativ der Agentur für Arbeit Frankfurt: „Durch Aufhebungen von zum Teil auch langjährigen Arbeitsverhältnissen kommt es zum Quartalsende im Juni zu erhöhten Arbeitslosmeldungen. Diese Kündigungen erfolgen in der Regel zur Jahresmitte oder zum Jahresende, sodass zu dieser Zeit jeweils ein Anstieg der Zahlen zu beobachten ist. Allerdings waren in diesem Berichtsmonat über 1.000 Personen (3,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr gemeldet.“

In der Stadt Frankfurt wird der Kundenbereich Arbeitslosengeld (ALG) I (Sozialgesetzbuch III) von der Agentur für Arbeit Frankfurt und der Kundenbereich ALG II (Sozialgesetzbuch II) von der Arbeitsgemeinschaft Rhein-Main Jobcenter GmbH (ARGE RMJ) betreut. Mit über 71 Prozent ist der größte Teil der erwerbsfähigen Arbeitslosen bei der ARGE RMJ gemeldet.
Zurzeit sind in der Stadt Frankfurt 19.353 Arbeitslose nach dem SGB II gemeldet. Das entspricht einem Minus gegenüber dem Vormonat von 73 Personen. Fast 43 Prozent hiervon sind Ausländer (8.229), hier ist ein eher zu vernachlässigender Rückgang von drei Personen gegenüber dem Vormonat zu beobachten. Die Zahl der über 55-jährigen liegt mit einem leichten Minus von 12 Personen gegenüber der des Vormonats bei 2.373. Erwartungsgemäß ist auch hier die Zahl der Jüngeren unter 25 Jahren auf nunmehr 1.708 Arbeitslose gestiegen. Gegenüber dem Vormonat ist dies ein Plus von sechs Prozent

Heike Hengster, Geschäftsführerin der ARGE RMJ: „Insgesamt bin ich mit der Entwicklung zufrieden. Wir bauen beständig die Anzahl der bei uns gemeldeten Personen ab. Waren im Juli 2008 noch 22.223 Erwerbslose bei uns gemeldet, so waren es im Juli 2009 bereits nur noch 20.457 und im Juli 2010 sogar nur 19.353 Personen. Dies ist ein Rückgang von fast 13 Prozent und zeigt an, wie erfolgreich auch auf Dauer gearbeitet wird. Durch verschiedene Maßnahmen, die individuell an die Bedürfnisse der von uns betreuten Personen angepasst sind, versuchen wir auch in schwierigen Fällen zum Erfolg zu kommen. Dies erfordert natürlich Zeit, aber mir ist ein dauerhafter Rückgang der Arbeitslosigkeit lieber, als kurzzeitige Effekte.“

Auch auf dem Ausbildungsmarkt ist ein positiver Trend zu beobachten: seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2009 haben sich im Stadtbezirk Frankfurt 2.736 Bewerber bei der Arbeitsagentur Frankfurt gemeldet. Dies sind fast 23 Prozent mehr als im Vorjahr und teilen sich in 65 Prozent Deutsche und 35 Prozent Ausländer auf. Bei über 72 Prozent wird eine Ausbildung in einem Dienstleistungsberuf angestrebt. Zurzeit sind schon etwa 2.000 der in der Stadt Frankfurt gemeldeten Ausbildungssuchenden versorgt, was einem Anteil von 82 Prozent entspricht.

Die meisten Bewerber haben einen Realschulabschluss (46,7 Prozent) – einen Hauptschulabschluss haben 29,1 Prozent. Bei gut 47 Prozent handelt es sich um Bewerber aus diesem Schulabgangsjahr, der Rest ist aus den Vorjahren. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen liegt nur für den Agenturbezirk vor – hier sind noch über 2.100 registriert.

Breustedt zur Ausbildungsmarktsituation: „Der klare Anstieg der Bewerber ist den verstärkten Bemühungen unserer Berufsberatung geschuldet, möglichst früh viele Jugendliche zu erreichen, um diese bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle zu unterstützen. Da Ausbildungsverträge oft sehr spät abgeschlossen werden, bin ich zuversichtlich, dass sich die Anzahl der nicht versorgten Bewerber noch deutlich verringern wird. Auch haben wir die Erfahrung gemacht, dass Bewerber und Arbeitgeber lange mit der Mitteilung warten, dass eine Ausbildungsstelle gefunden bzw. besetzt wurde, sodass ich mit einem aussagekräftigen Ergebnis erst im September rechne. Außerdem ist es aber ebenfalls nötig, die jungen Menschen davon zu überzeugen, zusätzlich nach einer Alternative zu dem Wunschberuf zu suchen.

Die Unternehmen wiederum werden durch den Arbeitsgeberservice der Arbeitsagentur Frankfurt auf die vielfältigen Hilfen der Arbeitsagentur aufmerksam gemacht. Dieser ist gerne bereit, hier ausführliche Auskünfte zu geben, damit auch vermeintlich schwächere Kandidaten eine Chance bekommen. Wer noch keinen persönlichen Ansprechpartner hat, erhält diesen nach einem Anruf bei der Service-Hotline in kürzester Zeit zugeteilt.“

© Bundesagentur für Arbeit

  • Google Bookmarks
  • Facebook
  • Windows Live Favorites
  • Twitter
  • Yahoo Bookmarks
  • PrintFriendly
  • Mister-Wong
  • Share/Bookmark


Vorheriger Artikel: «
Nächster Artikel: »

Frankfurt Airport